Was musst du beachten, wenn du für Schweizer Kunden schreibst? #150
Replies: 3 comments
-
|
Tonalität Die Schweizerinnen und Schweizer sind ein sehr höfliches Volk, ein gepflegter Umgang miteinander muss sein. Das sollte sich auch in deinen Texten und in der Korrespondenz mit dem jeweiligen Kunden widerspiegeln: Nachfragen in höflicher und netter Form sind gern gesehen und Texte sind eher in einem gehobenen Stil geschrieben. Deine Arbeiten dürfen – je nach Briefing und Zielgruppe – sehr höflich und freundlich gestaltet werden. Ausrufezeichen findet man in der Schweiz seltener als in Deutschland. Auch den Imperativ, also die Befehlsform, haben die Eidgenossen nicht so gerne. |
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
-
|
Du bekommst eine Anfrage für einen Text aus der Schweiz oder entdeckst eine OpenOrder aus der Schweiz? Greif ruhig zu! Es gibt nur wenige wirklich wichtige Dinge, die du berücksichtigen solltest. Dazu zählen:
|
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
-
|
Eine Liste mit hauptsächlich in der Schweiz gebräuchlichen Wörtern. Diese Liste ist nicht vollständig. Mehr findet man in der Wikipedia. (die) Faust im Sack machen (ugs., fig., schweiz.) · (die) Faust in der Tasche ballen · (z.B. seine Wut) herunterschlucken · (z.B. seinen Ärger) hinunterschlucken · ... |
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
Uh oh!
There was an error while loading. Please reload this page.
-
1. Kein Eszett in der Schweiz!
In der Schweiz fällt das Eszett (auch scharfes S genannt) weg. Das macht es dir als Autorin oder Autor zwar einfacher, weil du weniger Regeln beachten musst, andererseits birgt es aber die Gefahr, dass du automatisiert das ß verwendest. Schließlich haben wir ja alle lange genug geübt, wann Doppel-S und wann ein scharfes S kommt.
Tipp: Tausche am Ende des Textes mit der Suchen-Ersetzen-Funktion deines Schreibprogrammes alle ß gegen Doppel-S aus. In Word wäre das beispielsweise die Tastenkombination STR + F.
2. Kein Komma nach der Anrede
Im Gegensatz zu Deutschland wird in der Schweiz nach der Anrede in einem Brief oder einer E-Mail kein Komma gesetzt. Der erste Buchstabe des nachfolgenden Absatzes nach der Anrede wird großgeschrieben.
3. Guillemets statt Anführungszeichen
Und hier noch ein kleiner Unterschied bezüglich der gewohnten Interpunktionen: In der Schweiz verwendet man die aus dem französischen Sprachraum bekannten Guillemets statt Anführungszeichen unten und oben. Am Anfang des Zitates oder der direkten Rede steht « und am Ende ».
Zahlen werden in der Schweiz grundsätzlich durch Kommas getrennt. Beispiel: 68,4 Mio oder 13,7 %.
WährungseinheitenBei den Währungen gelten in der Schweiz andere Regeln als im umliegenden Europa. Schweizer Franken werden immer mit Dezimalpunkt und nicht mit Dezimalkomma gegliedert. Beispiel: FR 125.33.
Die Währungen anderer Länder werden hingegen mit Dezimalkomma geschrieben: Beispiel: £ 125,33.
Wenn die Untereinheit Rappen wegfällt, also bei einem geraden Betrag, folgt ein Strich. Beispiel: FR 100.-.
Die Währungseinheiten werden als FR., CHF oder Rp. abgekürzt. Ob FR. oder CHF verwendet wird, spielt keine große Rolle, CHF ist noch eine Spur mehr auf die Finanzwelt bezogen als FR., da es dort den internationalen Code für Schweizer Franken darstellt.
Bei ganzen Beträgen ohne Dezimalpunkt kannst du wählen, ob du die Abkürzung (CHF, FR., Rp.) verwenden möchtest, oder ob du die Währung ausschreibst, zum Beispiel 50 Franken.
In tabellarischen Auflistungen kannst du zwei Nullen statt eines Striches nach dem Punkt schreiben. Beispiel: CHF 2457.00. Für bessere Lesbarkeit sorgt jedoch der Strich: FR. 2457.-.
Helvetismen
Es gibt zahlreiche Ausdrücke, die man nur in der Schweiz hört und verwendet. Einige davon haben sich bereits über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Solche Wörter nennt man auch Helvetismen. Für Schreibaufträge musst du diese Ausdrücke in der Regel nicht verwenden, da sie im Hochdeutschen nicht vorkommen und die Schweizerinnen und Schweizer Hochdeutsch, beispielsweise auch aus den Medien, gewöhnt sind und in der Schule gelehrt bekommen. Offizielle Texte und Websitetexte sind in der Regel auf Hochdeutsch verfasst.
Verben werden im Schweizerdeutsch gerne mit -ieren gebildet. Die Eidgenossen grillieren und parkieren, während Deutsche und Österreicher grillen und parken.
Der umgekehrte Fall: Schweizer Autorin oder Autor, deutscher Kunde
Wenn du Schweizer Autorin oder Autor bei Textbroker bist oder werden möchtest, gilt es natürlich andersherum genauso, die deutschen Rechtschreibregeln zu berücksichtigen, allen voran das ß (Eszett oder scharfes S).
Hier die dazugehörigen, einfachen Regeln:
Nach kurzen Vokalen wie a, e, i, o, u, ä, ö, ü steht in der Regel das doppelte S. Beispiele: Kuss, Genuss, wissen, Tasse.
Nach langen Vokalen und Diphthongen, zum Beispiel au, ei, eu, steht in der Regel das Eszett. Beispiele: Gießen, Straße, Fußball, Buße.
In Großbuchstaben wird das ß immer durch SS ersetzt.
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
All reactions