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[Bei der Open Knowledge Foundation (OKF)](https://okfn.de/blog/2025/12/der-deutschland-stack-ein-guter-ansatz-mit-vielen-offenen-fragen/) und [in den Stellungnahme vom Bündnis F5](https://buendnis-f5.de/assets/data/251128_Stellungnahme%20D-Stack%20F5.pdf) versucht man das Positive zu sehen. Und tatsächlich gibt es schon viele gute Anknüpfungspunkte, nicht nur technologisch mit schon bestehenden und im Einsatz befindlichen Open-Source-Lösungen sondern auch methodisch. Effektives Datenmanagement ist in jedem Fall als Basis zentral. Und die Bereitschaft systematisch von laufenden Projekten zu lernen und auch den Mut haben, auch Dinge abzubrechen. Das Konzept eines [Technology Radar](https://www.thoughtworks.com/en-de/radar) könnte bei steten Evaluation und Verbesserung helfen. Die Phasen Assess (Untersuchen/Bewerten) - Trial (testweise ausprobieren) - Adopt (tatsächlich produktiv einsetzen) - Hold (nicht mehr nutzen, verwerfen) können für Methoden, Plattformen als auch konkrete Software durchlaufen werden und sorgen dafür, dass ein Stack immer wieder neu bewertet und aktualisiert wird, bestehende Lösungen durch bessere ersetzt werden, aber auch vermeintlich Vielsprechendes nach intensiveren Untersuchen und Ausprobieren wieder verworfen werden darf.
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## Verwaltungsdigitalisierung
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* Datenatlas der Bundesdruckerei: Verwaltungsmodernisierung von vorvorgestern
[Don't shoot the messenger](https://en.wikipedia.org/wiki/Shooting_the_messenger) möchte man rufen, denn statt sich der schonungslosen [Kritik](https://doi.org/10.5281/zenodo.17780441) an der Umsetzung des [Datenatlases](https://www.bundesdruckerei.de/de/innovation-hub/projekt-datenatlas) anzunehmen, erwägt die verantwortliche Bundesdruckerei rechtliche Schritte gegen den Gutachter David Zellhöfer, der als Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin zu Digitale Innovation in der öffentlichen Verwaltung unterrichtet. Wahrscheinlich kamen einfach seine Aussagen, dass die Software "nicht einmal dem Stand der Technik aus dem Jahr 1986 entspricht" und "Aufgrund der eklatanten Mängel ist das Software-Entwicklungsprojekt Datenatlas mit sofortiger Wirkung zu stoppen" nicht so gut an. Denn in das Projekt sind schätzungsweise schon mindestens 2,3 Millionen Euro geflossen, eher mehr. Zudem handelt es sich um eine proprietäre Softwareentwicklung, obwohl für das Anwendungsgebiet der Metadatensuche gute Open-Source-Lösungen existiert hätten. Dass die Datenbank-Suche des Tools dann keine Boolschen Operatoren wie UND, ODER, NICHT nicht kann (deswegen der Vergleich mit 1986), obwohl nach Aussagen der Webseite der Datenatlas modern, digital souverän und KI-fähig sein soll (obwohl die zu Grunde liegenden Daten nicht weder von verlässlicher Qualität noch maschinenlesbar sind), ist dann nur stümperhaft. Das übliche Datenstandards oder Schnittstellen fehlen, verwundert dann auch nicht weiter. Damit kann man Zellhöfers drastische Kommentare auch absolut nachvollziehen: "Wenn man es positiv sehen will, könnte der Datenatlas als Projekt eines Retro-Computing-Enthusiasten durchgehen" und "vermutlich müsse man den Datenatlas in seiner jetzigen Form vielmehr als einen zynischen Kommentar zur Verwaltungsmodernisierung sehen". In einem [Interview mit ihm](https://netzpolitik.org/2025/interview-mit-gutachter-spaetestens-jetzt-sollte-die-bundesdruckerei-den-datenatlas-oeffentlich-zugaenglich-machen/) geht er noch auf die Rechtfertigungsversuche der Bundesdruckerei ein. Dénes sieht auch [Parallelen](https://mastodon.online/@denes/115694671401376096) zum Parlamentsspiegel und dessen Suchfunktionalität.
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Wenn nach Regierungswechseln und Ressortneuzuschnitten Behörden ihre Namen und damit auch ihre Abkürzungen ändern müssen (und damit ihren Beitrag zur Bundesabkürzungshölle (BAH) leisten), hat das nicht Auswirkung auf Türschilder und Briefköpfe sondern inzwischen auf die Internet-Domänen ihrer Webseiten. Die alte Domäne zeigt dann anfangs noch auf die neue Domäne, aber irgendwann möchte man nicht mehr für die alte Domäne zahlen und lässt sie auslaufen, so dass sie dadurch wieder frei wird, durch jemanden anderen registriert zu werden. [Ein Sicherheitsrisiko](https://www.heise.de/news/Digitales-Vertrauen-in-Gefahr-Wenn-Behoerden-ihre-alten-Domains-vergessen-11111017.html), wie Sicherheitsforscher Tim Philipp Schäfers zeigt, der sich einfach mal eine solche Domäne gesichert und den Datenverkehr mitgeschnitten hat, wie er auch auf dem 39C3 [demonstrierte](https://media.ccc.de/v/39c3-verlorene-domains-offene-turen-was-alte-behordendomains-verraten). Wenn z.B. Altsysteme automatisiert noch versuchen, URLs der alten Domäne aufzurufen oder andere Webseiten Ressourcen der alte Domäne verlinkt haben und nicht merken, dass der Domäneninhaber gewechselt hat und dieser aus böser Absicht einen Virus an den Zielort der URL platziert. Oder noch schlimmer: über die Domäne lief einmal ein Mailserver und der neue Inhaber kann über die Passwortvergessenfunktion das Passwort zurücksetzen lassen. Ein nachhaltige Lösung für das Problem wäre, generell alle Behörden-Webseiten als Subdomänen einer Domäne, z.B. gov.de oder bund.de, einzurichten. Dies würde zudem zusätzlich Vertrauen schaffen, weil dann sofort ersichtlich ist, dass es sich um eine offiziellen Behördendomäne handelt. Und wer als nicht technisch versierte Person schaut sich schon das Sicherheitszertifikat einer Webseite an? Einen Überblick über die aktuell registrierten Domänen [gibt es nicht](https://netzpolitik.org/2025/fruehere-behoerden-domains-ein-gefaehrliches-gluecksspiel/) und möchte man auch aus vermeintlichen Sicherheitsgründen nicht rausgeben. FragDenStaat hat deshalb selbst über Scraping und Suchmaschinen eine Liste von über 2000 solcher Domänen [zusammengetragen](https://fragdenstaat.de/artikel/exklusiv/2025/12/geheimsache-domains/).
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Das Faxen noch lange nicht dicke hat die deutsche Verwaltung. Diese hält aus Datenschutzgründen weiter an Brief und Fax fest, wie in einem Erfahrungsbericht auf Telepolis [geschildert wird](https://www.telepolis.de/article/Deutschlands-digitaler-Rueckstand-Wenn-Briefe-und-Faxe-noch-Staatsdoktrinen-sind-11116640.html).
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## Rechtssprechung
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* Hacking Karlsruhe - 10 years later
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