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| 1 | +# Best Practices in der Filmwissenschaft |
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| 3 | +```{figure} ../assets/02_forschungsdaten_fdm/abb_k02_fair_dfg_dmp.png |
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| 5 | +align: center |
| 6 | +width: 80% |
| 7 | +name: fair-dfg-dmp |
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| 9 | +Standards des FDMs |
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| 11 | +Die bisher diskutierten Standards des FDMs (FAIR-Prinzipien, DFG-Leitlinien, DMP) sind allgemeingültig und sollten unabhängig von den Anforderungen der jeweiligen Disziplin beachtet und eingehalten werden. Doch wie sieht es mit Standards oder Best Practices in den Film- und Medienwissenschaften aus? |
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| 13 | +Obwohl digitale Methoden und Arbeitsprozesse schon länger in den Film- und Medienwissenschaften praktiziert werden, mangelt es bisher an Standardisierungen, die die speziellen Bedarfe der filmwissenschaftlicher Forschung adressieren. Laut Dang sei das Konzept des FDMs für viele Forscher:innen neu und stelle nach wie vor eine Herausforderung dar. Es besteht also die Notwendigkeit, den Begriff der Forschungsdaten und des FDMs auch in den Film- und Medienwissenschaften eingehend zu etablieren und Anforderungen zu formulieren, in der die spezifischen Erfordernisse des Fachs berücksichtigt werden. Dies betrifft vor allem die Heterogenität der Daten und Datenquellen sowie die Frage des Urheberrechts in Bezug auf Film- und Bildmaterial. |
| 14 | +Insbesondere für die Geisteswissenschaften, betont Drucker, sei die Dokumentation der Arbeitsprozesse essentiell; oftmals werden Forschungsdaten wie Film- und Literaturrecherchen (bibliographische Datenbanken), Sequenz- und Einstellungsprotokolle oder kommentierte Screenshots nicht publiziert. Dabei sind solche Arbeits- und Rechercheprozesse nicht unerheblich und können die Nachnutzung der Daten fördern. |
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| 16 | +```{figure} ../assets/02_forschungsdaten_fdm/abb_k02_workprocess.png |
| 17 | +--- |
| 18 | +align: center |
| 19 | +width: 80% |
| 20 | +name: workprocess |
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| 22 | +Illustrative Visualisierung eines Arbeitsprozesses, © @lucifurification via Unsplash |
| 23 | +``` |
| 24 | +Trotz eines Mangels an etablierten Standards gibt es in jüngster Zeit zahlreiche Bestrebungen, solche zu entwickeln. So arbeitet beispielsweise das Konsortium <a href="https://nfdi4culture.de/index.html" class="external-link" target="_blank">NFDI4Culture</a> – eine Infrastruktur für Forschungsdaten des materiellen und immateriellen Kulturerbes (darunter auch Film- und Medienwissenschaft) – an fachspezifischen Empfehlungen und Handreichungen. Speziell für die Geistes- und Kulturwissenschaften hat NFDI4Culture im September 2025 eine <a href="https://liascript.github.io/course/?https://api.allorigins.win/raw?url=https://basiskurs-fdm.nfdi4culture.de/content.md#1" class="external-link" target="_blank">Open Educational Resource</a> zum Thema Forschungsdaten und Forschungsdatenmanagement bereitgestellt. |
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| 26 | +## 🎞️ Konkrete Best-Practice-Hinweise |
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| 28 | +Neben den im Vorfeld thematisierten allgemeinen Standards, haben wir nachfolgend praxisnahe Empfehlungen ergänzt und zusammengefasst: |
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| 30 | +1. **Daten**: Heterogenität der Daten (z.B. Film- Videodaten, Transkripte, Annotationen, Metadaten, Visualisierungen, kommentierte Screenshots, Shotdetection uvm.) berücksichtigen; erfordert klare Strukturierungen im Vorfeld |
| 31 | +2. **Formate**: Interoperable Formate wählen (z.B. `csv`, `json`, `mkv`, `png`); ggf. Digitalisierungs- und Bildqualität prüfen, technische Metadaten festhalten |
| 32 | +3. **Rechte & Lizenzen**: Dies betrifft Nutzungsrechte, Lizenzbedingungen, Archivstatus (Fassungen) und Einschränkungen bei Weiterverwendung und Publikation |
| 33 | +4. **Nachnutzbarkeit**: Metadaten und Dokumentationen (z.B. `README` oder Protokolle) für jedes Datenobjekt; Entstehung, Auswahl, Bearbeitungsschritte Annotationsmethoden, Softwareversionen und Analyseverfahren dokumentieren |
| 34 | +5. **Infrastruktur**: Regelmäßige Backups (z.B. von Annotationsdateien), früh archivieren und ggf. an Formatmigrationen denken (insbesondere bei softwarespezifischen Annotationsformaten wie `azp`(Advene) oder `eaf`(ELAN)). |
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